Die Weiterbildung zum Industriemeister Metall hat eine feste Struktur: drei Prüfungsteile, klar abgegrenzte Inhalte und eine vorgegebene Reihenfolge. Diese Seite bringt Ablauf, Inhalte und Prüfungen in eine kompakte Übersicht, die vor der Anmeldung hilft, den gesamten Weg zu verstehen. Für die einzelnen Abschnitte gibt es jeweils eigene Detailseiten, die im Fließtext verlinkt sind. Der Ausgangspunkt für das große Bild ist die Startseite.
Die drei Prüfungsteile
Die Prüfung zum Industriemeister Metall besteht aus drei voneinander unabhängigen Teilen:
| Teil | Inhalt | Prüfungsform | Typischer Anteil am Lehrgang |
|---|---|---|---|
| 1. Basisqualifikationen | Fachrichtungsübergreifendes Grundwissen | schriftlich | 25–35 % |
| 2. Handlungsspezifische Qualifikationen | Technik, Organisation, Führung in der Metallbranche | schriftlich + situationsbezogen | 50–60 % |
| 3. Ausbildereignung (AEVO) | Arbeitspädagogik und Ausbildungspraxis | schriftlich + praktisch | 10–15 % |
Die drei Teile können unabhängig voneinander abgelegt werden. Viele Teilnehmer absolvieren die AEVO bereits vor oder während des Meisterlehrgangs — dann entfällt dieser Teil für die Meisterprüfung. Details zum Aufbau der Prüfung auf Prüfung Industriemeister Metall.
Inhalt Teil 1: Basisqualifikationen
Die Basisqualifikationen sind der fachrichtungsübergreifende Teil. Sie bilden das Grundgerüst, auf dem später die fachspezifischen Inhalte aufbauen. Die Prüfungsverordnung nennt fünf Handlungsfelder:
- Rechtsbewusstes Handeln — Arbeitsrecht, Vertragsrecht, Unternehmensrecht, Datenschutz
- Betriebswirtschaftliches Handeln — Kosten- und Leistungsrechnung, Investitionsrechnung, Finanzierung, Controlling
- Anwendung von Methoden der Information, Kommunikation und Planung — Projektmanagement, Moderation, Präsentation, Dokumentation
- Naturwissenschaftliche und technische Gesetzmäßigkeiten — Physik, Chemie, Mathematik im technischen Kontext
- Zusammenarbeit im Betrieb — Organisationsformen, Gruppendynamik, Kommunikation zwischen Ebenen
Die Prüfung zu den Basisqualifikationen besteht aus mehreren Klausuren, meist vier bis fünf Teilklausuren zu je 60–90 Minuten. Sie wird am Anfang des Lehrgangs abgelegt und ist Voraussetzung für die Zulassung zur zweiten Prüfung.
Inhalt Teil 2: Handlungsspezifische Qualifikationen
Der umfangreichste und anspruchsvollste Teil. Er gliedert sich in drei Handlungsbereiche, die die Rolle des Meisters in der Metallbranche vollständig abbilden:
Technik
- Betriebstechnik: Instandhaltungsstrategien, Wartungsplanung, Energie- und Medienversorgung
- Fertigungstechnik: Spanen, Umformen, Urformen, Fügen, Trennen, Beschichten, Handhabung
- Montagetechnik: Montagesysteme, Prüftechnik, Verbindungstechnik, Toleranzen
Organisation
- Betriebliches Kostenwesen: Kalkulation, Kostenarten, Kostenstellen, Kostenträger
- Planungs-, Steuerungs- und Kommunikationssysteme: ERP, MES, PPS, Logistik
- Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz: Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung, Rechtsgrundlagen
Führung und Personal
- Personalführung: Führungsstile, Gesprächsführung, Konfliktlösung, Motivation
- Personalentwicklung: Bedarfsanalyse, Förderung, Qualifizierung, Beurteilung
- Qualitätsmanagement: Prozessorientierung, Audit, Regelkreise, Kundenorientierung
Die Prüfung zu den handlungsspezifischen Qualifikationen besteht aus zwei Teilen: einer schriftlichen situationsbezogenen Aufgabe (meist 4–6 Stunden) und einem situationsbezogenen Fachgespräch (mündlich). Details siehe Schriftliche Prüfung und Fachgespräch.
Inhalt Teil 3: Ausbildereignung (AEVO)
Die AEVO ist eine eigenständige Prüfung, die zum Abschluss Industriemeister Metall gehört. Sie ist inhaltlich in vier Handlungsfelder gegliedert:
- Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildung planen
- Ausbildung vorbereiten und bei der Einstellung von Auszubildenden mitwirken
- Ausbildung durchführen
- Ausbildung abschließen
Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen Teil (meist 180 Minuten) und einem praktischen Teil (Präsentation oder praktische Unterweisung mit anschließendem Fachgespräch, insgesamt 30 Minuten).
Wer die AEVO bereits im Rahmen einer anderen Qualifikation abgelegt hat (z.B. als Ausbilder im eigenen Betrieb), lässt sich diese vom Prüfungsausschuss anrechnen. Die Prüfung entfällt dann.
Ablauf in der Zeitachse
Ein typischer berufsbegleitender Lehrgang läuft zeitlich so ab:
- Monat 1–12: Basisqualifikationen lernen, ggf. erste Klausuren
- Monat 10–14: Prüfung Basisqualifikationen ablegen
- Monat 14–26: Handlungsspezifische Qualifikationen lernen, vertiefte Situationsaufgaben trainieren
- Monat 24–28: Prüfung Handlungsspezifische Qualifikationen (schriftlich + mündlich)
- Monat 26–32: AEVO-Vorbereitung und Prüfung (falls nicht separat absolviert)
- Monat 30–32: Abschluss und Zeugnis
Im Vollzeitlehrgang komprimiert sich der Ablauf auf 6–12 Monate. Die Reihenfolge bleibt dieselbe — die Basisqualifikationen vor den handlungsspezifischen, die AEVO meist am Ende.
Wie werden die Inhalte vermittelt?
Die Lehrgangsanbieter orientieren sich am Rahmenlehrplan der Prüfungsverordnung, gestalten die Vermittlung aber unterschiedlich. Typisch ist eine Mischung aus:
- Vortrag und Theorie zu den formalen Grundlagen
- Fallbeispiele zu Fertigungssituationen
- Gruppenarbeit zu Organisation und Personalführung
- Situationsbezogene Prüfungsaufgaben als Training für den zweiten Prüfungsteil
- Präsentations- und Moderationstraining als Vorbereitung auf das Fachgespräch und die AEVO
Für die handlungsspezifischen Qualifikationen ist das Training an realistischen Prüfungsaufgaben entscheidend. Wer nur die Theorie lernt, scheitert an den situationsbezogenen Aufgaben. Details zu den Inhalten im Ganzen auf Inhalte der Weiterbildung.
Prüfungsbestehen und Bewertung
Die Prüfung ist bestanden, wenn:
- alle schriftlichen Leistungen mit mindestens "ausreichend" (50 %) bewertet sind
- keine Klausur mit weniger als 30 % bewertet ist
- das Fachgespräch mit mindestens "ausreichend" bewertet ist
- die AEVO-Prüfung in beiden Teilen bestanden ist
Bei Nichtbestehen einzelner Teile können diese zweimal wiederholt werden. Die Wiederholungsgebühr beträgt je nach IHK 150–400 € pro Prüfungsteil.
Häufige Fragen
Nein. Prinzipiell kannst du die Teile bei verschiedenen IHKs ablegen. In der Praxis ist es aber einfacher, bei einer IHK zu bleiben, weil die Abläufe und Termine dort bekannt sind.
Der zweite Teil — die handlungsspezifischen Qualifikationen — hat die höchste Durchfallquote. Grund: Die situationsbezogenen Aufgaben verlangen Anwendung statt Wissen. Wer nur Theorie lernt, scheitert.
Nein. Die Basisqualifikationen müssen vor den handlungsspezifischen Qualifikationen abgeschlossen sein. Die AEVO kann dagegen zu jedem Zeitpunkt absolviert werden, auch schon vor Lehrgangsbeginn.
Die Basisqualifikationen sind in Teilklausuren à 60–90 Minuten gegliedert. Die handlungsspezifische schriftliche Prüfung dauert 4–6 Stunden. Die AEVO-Klausur 180 Minuten.
Jeder Prüfungsteil darf zweimal wiederholt werden. Bei erneutem Nichtbestehen ist die Prüfung endgültig nicht bestanden, eine erneute Zulassung ist in der Regel nach einer Wartezeit möglich.
Nächster Schritt
Für die detaillierten Inhalte des Lehrgangs geht es auf Inhalte der Weiterbildung. Wer konkret wissen will, wie die Prüfung abläuft, liest weiter auf Prüfung Industriemeister Metall.